|
Majer gilt in Frankfurt
am Main als ein profunder Kenner des Jiddischen. Aufgewachsen im
DP-Lager Föhrenwald, sprach
er bis zu seinem neunten Lebensjahr nur Jiddisch. Mit dem Auszug
aus dem Lager wechselte der dann in die Umgangssprache Deutsch.
Jiddisch galt vielen als rückstandig.
Doch nun, so Szanckower, gibt es erneut "wieder einen
Bedarf". Kinderbücher, wie der Struwwelpeter oder
der kleine Prinz werden ins Jiddische übertragen,
Musikgruppen nehmen erneut Lieder in ihr Programm auf, die in
Jiddisch gesungen werden und Conferenciers tragen mit viel Humor
verstärkt auch Spässe in Jiddisch vor.
Oft wird Majer oft als Berater dann herangezogen.
"Ich war Tewje der Milchmann" erzahlt er voller
Stolz über eine Aufführung der Frankfurter WIZO und verrat
"gern wurde ich auch in einem Jiddischen Theater
mitspielen". |
Bekannt
wurde Majer jedoch vor allem durch seine Sammlung jiddischer
Lieder
|
|
|
Mehrere
hundert Platten, Kassetten und CD's hat er bereits zusammen
getragen und "es werden täglich mehr".
Er findet sie auf Trödelmärkten und in Auktionen, aber auch in
Schallplattenläden im In und Ausland.
Seine
wichtigste Quelle sind jedoch Schallplatten die er geschenkt bekommt.
Oft sind keine Plattenspieler mehr vorhanden oder sie landen
nach einer Wohnungsauflösung auf dem Flohmarkt. „Die Menschen
freuen sich das die Platten wieder einem guten Zweck
zugute kommen und wieder den Stellenwert erhalten der ihnen gebührt.“
Highlights
seiner Sammlung sind Aufnahmen aus den 20iger Jahren, wie
beispielsweise von Aaron Lebedeff mit seinem Orchester oder eine
Schellackplatte, die 1945 in England gepresst wurde und auf der
Kantor Benjamin Siegel unter anderem auch das Lied "Mein Yiddisch Mamme" singt.
Chasanut
ist ein weiterer Schwerpunkt und Majer ist froh, Aufnahmen
solch bekannter Kantoren wie Zawel Kwartin oder
Jossele
Rosenblatt darunter zu haben. "In den dreissiger und
vierziger Jahren", erzählt er, "komponierten manche
Kantoren für bestimmte Gebete eigene Melodien." Die
Keduschah von Leibl Glanz hat schon einmalig" schwärmt
Majer
|
|
|
|
Aus
vielen Ländern sind die Platten, deren musikalische Aufnahmen
in der ganzen Welt gemacht wurden. Die älteren stammen aus
England und den USA, die jüngeren, meist in Form einer Kassette
oder CD, aus Frankreich und Israel. Die in Deutschland
hergestellten sind durchweg jiddische Lieder und wurden Ende der
Fünfziger Anfang der Sechziger Jahre produziert. Darunter
befinden sich zum Beispiel auch die bekannte Liedersammlung
"A Git´n Ubend Jidd´n", die Max Reichardt vortrug
oder Aufnahmen der Barry Sisters
oder Benzion Witler
Einen
Nachteil haben die meisten älteren Platten. Sie sind leicht
zerbrechlich. Deshalb beginnt Majer jetzt damit, sie
auf eigene Kosten auf weniger empfindliche CD' s zu brennen.
"Es muss auch in Deutschland eine Stelle geben, von der
jiddische Originalmusik jederzeit abrufbar ist", erklärt
der Hobbysammler, der sein Archiv allen Interessierten später
einmal zugänglich machen will.
|

|
|